Instandsetzung der Korvette „MAGDEBURG“

Heiko Dorn, stellv. Projektleiter
Gleich zwei Premieren im Arbeitsablauf und zusätzliches Arbeitsvolumen machten diesen Auftrag besonders spannend. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Heiko Dorn, stellv. Projektleiter

Der Schlüssel für Innovation besteht darin, offen für Neues zu sein. Eine Gelegenheit, diese Weisheit gleich zweifach auf den Prüfstand zu stellen, ergab sich beim Instandsetzungsauftrag für die „MAGDEBURG“. Ein neuen Prüfungsverfahren und die sehr enge Zusammenarbeit mit der speziell eingesetzten „Werftgruppe“ des Kunden direkt auf der Werft erwiesen sich als voller Erfolg.

Hand in Hand mit dem Auftraggeber

Das erste Novum: Ein vom Kunden eingesetztes Team aus Spezialisten begleitete die gesamten Reparaturarbeiten vor Ort. Die ungewohnte Konstellation erwies sich als äußerst kooperativ und gerade im Bereich Marineschifffahrt als vielversprechend für künftige Aufträge.

Neuartiges Testverfahren für RAS Konterpunkte

Eine weitere Premiere bestand in der Prüfung der RAS Konterpunkte. Diese dienen der Übernahme von Betriebsstoffen auf See. Sie müssen einer Belastung von bis zu 10 t standhalten. Die Infrastruktur der Schwesternwerft German Naval Yards in Kiel bot ideale Voraussetzungen für die Tests. Gemeinsam entwickelten die Spezialisten der Werftengruppe ein Verfahren, bei dem man mit Hilfe eines Sektionstransporters ein 292 t schweres Gewicht als Widerlager positionierte.

Eine perfekte Symbiose

Die Stärke der Werftengruppe bewies sich auch an anderer Stelle: Da die Kapazitäten der Rendsburger NOBISKRUG-Werft durch zwei Yachten-Refits bereits belegt waren, verlegte man die Arbeiten kurzerhand zur Schwesternwerft LINDENAU.

Auftrag umfangreicher als geplant

Dort stellte sich sogleich eine weitere Herausforderung: Kurz nach der Ankunft der „MAGDEBURG“ im Schwimmdock von LINDENAU stand fest, dass zum geplanten Auftragsvolumen weitere Arbeiten hinzukommen. Ursprünglich waren lediglich Grundinstandsetzungsarbeiten vorgesehen. Diese erweiterten sich um die Erneuerung der Außenhaut und der Stutzen der Seekästen. Außerdem waren diverse Pumpen und Aggregate beschädigt. Auch an dieser Stelle beweisen Kunde und Werft hohe Flexibilität: Der neue Plan für die Fertigstellung wurde rasch beschlossen und dank des vorbildlichen Einsatzes aller Beteiligten termingerecht eingehalten. Am 7.6.2016 lief die „MAGDEBURG“ in Richtung Warnemünder Marinestützpunkt aus.

Allgemeine Schiffsdaten:

Länge
88,8 m
Breite
13,2 m
Einsatzverdrängung
1.840 t
Geschwindigkeit
26 kn

„MAGDEBURG“ zurück im Stützpunkt

Die „MAGDEBURG“ ist als Teil des 1. Korvettengeschwaders im Marinestützpunkt Warnemünde stationiert. Dort sind insgesamt fünf Korvetten und mehr als 450 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst.